RMR Unternehmenszentale

Umbau 2025, Köln

RMR Unternehmenszentrale

Die Unternehmenszentrale der Rhein-Main-Rohrleitungstransportgesellschaft in Köln wird über mehrere Jahre und in drei Bauabschnitten neu gedacht und umgebaut. Den Auftakt bildet das 2025 fertiggestellte 2. Obergeschoss. Weitere Bürobereiche sowie ein neuer Hub mit Bistro, Besprechungsräumen und Flächen für Austausch und Gemeinschaft folgen.

Im Mittelpunkt der Planung steht die Frage, wie aus einer klassischen Bürostruktur eine Arbeitswelt entstehen kann, die unterschiedliche Formen des Arbeitens ermöglicht und gleichzeitig Begegnung fördert.

Räume für Zusammenarbeit, Gemeinschaft und Konzentration

Neue Arbeitswelten brauchen unterschiedliche Räume für unterschiedliche Situationen. Bereiche für Zusammenarbeit schaffen die räumlichen, technischen und atmosphärischen Voraussetzungen für gemeinsamen Austausch. Rückzugsorte ermöglichen konzentriertes Arbeiten. Dazwischen entstehen Orte für Gemeinschaft und informelle Begegnung.

Gerade diese Zwischenräume spielen eine wichtige Rolle. Denn Austausch findet nicht nur im Besprechungsraum statt. Er entsteht häufig ungeplant, auf dem Weg zum Arbeitsplatz, an der Kaffeemaschine oder bei einer kurzen Begegnung im Flur.

Transparenz schafft Verbindung

Aus dem ehemals schmalen Erschließungsflur des 2. Obergeschosses ist deshalb eine großzügige, offene Raumzone entstanden. Kleine, an den bestehenden Stützen angeordnete Stehtische schaffen ganz selbstverständlich Orte zum Anhalten. Aus einem reinen Durchgang wird ein Raum, der spontane Begegnungen zulässt und zum kurzen Austausch einlädt.

Begegnung lässt sich nicht planen.
Räume können sie aber ermöglichen. 

Auch die neue Transparenz verändert das Miteinander. Glaswände öffnen die zuvor voneinander getrennten Bürobereiche zum Flur und machen sichtbar, wo Menschen arbeiten und wo etwas passiert. Gleichzeitig sorgen gezielt eingesetzte Folierungen für den notwendigen Sichtschutz und eine klare Zonierung.

Die Küche wird dabei bewusst Teil dieser offenen Struktur. Sie ist nicht ausschließlich Pausenraum, sondern Treffpunkt und informeller Arbeitsort. Wer sich hier einen Kaffee oder ein Wasser holt, kann kurz bleiben, ins Gespräch kommen oder die angrenzenden Sitzbereiche für einen spontanen Austausch nutzen.

Gemeinschaft bekommt damit einen selbstverständlichen Platz im Arbeitsalltag.

Ein Konzept, das sich durch den Raum zieht

Die Arbeit der RMR bildet die Grundlage für den gestalterischen roten Faden. Das Unternehmen betreibt ein 524 Kilometer langes Pipelinesystem, über das Mineralölprodukte von der niederländisch-deutschen Grenze bis nach Frankfurt und Ludwigshafen transportiert werden. Die technischen Anlagen werden von der Unternehmenszentrale in Köln-Godorf betreut.

Das Prinzip der Pipeline, der Bewegung und der Verbindung wird in die Innenarchitektur übersetzt, ohne den Raum thematisch zu überladen.

Kreis- und Segmentformen auf den Glasflächen greifen den Querschnitt einer Pipeline auf. Die lineare Struktur des Teppichbodens nimmt den Verlauf und die Gliederung der Leitung auf. Eine frei geführte Lichtlinie zieht sich durch die offene Zone und übersetzt Bewegung und Verbindung in den Raum.

Auch historische Motive aus der Welt der RMR werden Teil der neuen Arbeitsumgebung. Ein großformatiges Archivbild in der Küche bringt ein Stück Unternehmensgeschichte in die neue Arbeitswelt und verbindet Herkunft und Gegenwart.

So wird aus einzelnen gestalterischen Entscheidungen ein durchgängiges Konzept, das die Identität des Unternehmens spürbar macht, ohne sie plakativ abzubilden.

Zusammenarbeit braucht die richtige Umgebung

Neben den offenen und informellen Bereichen entstehen Räume für konzentrierte Zusammenarbeit. Besprechungsräume sind technisch auf gemeinsames Arbeiten ausgerichtet und werden gleichzeitig akustisch so gestaltet, dass Kommunikation auch über längere Zeit angenehm möglich ist.

Akustisch wirksame Wand- und Deckenelemente, Vorhänge und ausgewählte Materialien sind dabei nicht nur funktionale Ergänzungen. Sie werden Teil der Gestaltung. Das runde Whiteboard greift die Formensprache des Gesamtkonzepts auf und wird gleichzeitig zum aktiven Werkzeug für Austausch und gemeinsames Entwickeln.

So greifen Funktion, Atmosphäre und Gestaltung ineinander und folgen durch alle Bereiche demselben Gedanken:

Räume verbinden.

Fakten:

Standort: RMR Unternehmenszentrale, Köln
Projektart: Bestandsumbau
Projektstart: 2024
Projektgröße: 2400 qm
1. Bauabschnitt: Fertigstellung 2025
Weitere Bauabschnitte: in Planung und Umsetzung

In Zusammenarbeit mit:
Studio van Putten

Fotograf: Lukas Palik Fotografie